• 29.9.2020

  • Ein Beitrag von PVS Südwest

COVID-19 Zuschlag: GOÄ Ziffer A245 1facher Satz ab 01.10.2020

Aktuelle Abrechnungsempfehlung der Bundesärztekammer ab 01.10.2020.

Aufgrund der Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens und unter Beachtung vergleichbarer Regelungen, wie z. B. im Rahmen von Behandlungen im Durchgangsarztverfahren (COVID-19 Pauschale der Unfallversicherungsträger für Durchgangsärzte: 4 EUR pro Behandlungstag), wird die Regelung nach

  • Nummer 245 GOÄ analog zum 1fachen Satz in Höhe von 6,41 EUR je Sitzung mit unmittelbarem Arzt-Patienten-Kontakt
  • bis zum Jahresende (31.12.2020) fortgeführt.

 

Der Beschluss beinhaltet aktuell folgende Abrechnungsmöglichkeiten:

Hygienezuschlag / COVID-Zuschlag GOÄ-Ziffer A245

  • Berechnung der GOÄ Ziffer Nr. 245 analog zum Faktor 1,0 (EUR 6,41)
  • zusätzliche Faktorsteigerung anderer Leistungen derselben Sitzung sind möglich, mit allen Begründungen, die die Leistung erschweren. Hier ein Auszug:
    • schwierige Umstände bei der Erbringung technischer Leistungen
    • erhöhter Zeitaufwand bei längerem Gesprächsbedarf
    • schwierige Differentialdiagnostik bei Mehrfachbefunden
    • Multiorganerkrankungen
    • u.a.m.
    • ACHTUNG: die Begründung "erhöhter Hygieneaufwand" ist nicht möglich
  • für Behandlungsdatum ab 09.04.2020
  • nur bei unmittelbarem Arzt-Patientenkontakt berechenbar
    • Nicht berechnungsfähig bei einer Leichenschau (Leiche ist kein Patient)
    • Erhöhter (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen event. nach Nr. 102 GOÄ berechnungsfähig
  • Auslagen sind in der Pauschale enthalten
  • Einmal je Sitzung ansetzbar

 

  • Berechnung bei Versicherten der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK):
    a) Versicherte der Mitgliedergruppe A (Abrechnung gemäß Vertrag KBV-PBeaKK) -> Die Analogabrechnungsempfehlung ist nicht anwendbar.
    b) Versicherte der Mitgliedergruppe B (Abrechnung gemäß GOÄ) -> Die Analogabrechnungsempfehlung ist anwendbar.

  • Berechnung bei Versicherten der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB)
    Die Analogabrechnungsempfehlung wird für alle Mitglieder (alle Beitragsklassen) anerkannt.


alternativ

  • Faktorsteigerung unter Berücksichtigung der Vorgaben von § 5 GOÄ
  • Faktorsteigerung muss in der Rechnung individuell und patientenbezogen begründet werden (§ 12 Abs. 3 GOÄ)
  • Auslagen gemäß §10 GOÄ berechnungsfähig
  • Schutzkittel und Mundschutz können in Höhe der tatsächlichen Kosten als Auslage berechent werden, sofern diese mit der einmaligen Anwendung verbraucht sind.


Im stationären Bereich kann der Hygieneaufwand nicht gesondert berechnet werden, wenn die Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 SGB V erfolgt.

Erläuterungen der Bundesärztekammer zu den Abrechnungsempfehlungen zur Berechnung von ärztlichen Leistungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie:

https://www.bundesaerztekammer.de/aerzte/gebuehrenordnung/erlaeuterungen-zu-den-abrechnungsempfehlungen-zur-berechnung-von-aerztlichen-leistungen-im-rahmen-der-covid-19-pandemie/

So funktioniert Gebührenverordnung für Ärzte (GOÄ)

Weitere Informationen zu den GOÄ-Services der PVS Südwest finden Sie auf unserer Website.

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