• 17.1.2019

  • Ein Beitrag von PVS Südwest

GOÄ Abrechnung für Videosprechstunde & Co

Telemedizinische Leistungen mögen innovativ, zeitgemäß und sinnvoll sein – ihre Abrechnung ist es nicht! Bis zur Einführung einer Neuen GOÄ wird es für Ärztinnen und Ärzte keine gerechte Honorierung geben.

Tatsächlich steht damit in nächster Zeit nur ein sehr begrenzter Spielraum zur Verfügung, um den mit telemedizinischen Leistungen verbundenen Aufwand abzurechnen. Insbesondere fällt jede Chance weg, in diesem Zusammenhang via Analogabrechnung vielleicht doch noch zu einem halbwegs angemessenen finanziellen Ausgleich zu kommen.

Das wirft heute schon aktive Telemediziner voll auf das unbestritten zu niedrige Bezahlniveau zuück, auf dem die aktuelle GOÄ das Patientengespräch bewertet. Statt ihre Innovations- und Investitionsbereitschaft zu fördern, wird von den Ärztinnen und Ärzten erwartet, die patientenorientierten Vorteile von Videosprechstunden & Co. überwiegend aus eigener Tasche zu bezahlen. Wen wundert's, dass die Industrie ihre telemedizinischen Dienstleistungen derzeit vor allem mit Rationalisierungseffekten bewirbt?

So können Sie nach aktueller GOÄ abrechnen

Nach aktueller GOÄ besteht aus Abrechnungssicht zunächst kein grundsätzlicher Unterschied, ob eine Beratung, Unterrichtung oder Untersuchung im direkten Patientenkontakt oder medial vermittelt via Telefon, Video oder E-Mail stattfindet. Daraus folgt als zentrale Aussage: Für Videosprechstunden & Co. kommen die gleichen Ziffern (klassisch eben 1, 3, 4 und 5) und die gleichen Regeln zur Anwendung.

Einschränkend gilt dabei allerdings noch, dass eine Abrechnung als Privatleistung nur erfolgen kann, wenn die Behandlung des konkreten Patienten nicht ausschließlich telemedizinisch erfolgt. Zudem kann sich die symptombezogene Untersuchung nach GOÄ Ziffer 5 nur auf solche Indikationen beziehen, die eindeutig erkennbar sind, auch wenn sich der Patient nicht mit dem Arzt im gleichen Raum befindet.

Unsere Empfehlung: Behalten Sie vor allem die Zuschläge A, B, C, D und K1 zu den Beratungen bzw. Untersuchungen im Auge. Sofern die Voraussetzungen und speziellen Anwendungsbestimmungen erfüllt sind, können diese ebenfalls abgerechnet werden. Sinnvoll kann auch die kontinuierliche Verfolgung der Leistungsinhalte im EBM sein. Dort nicht ausdrücklich erwähnte Leistungen per Videosprechstunde können Sie Ihren GKV-Patienten als IGeL-Leistung anbieten.

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